Der Ablauf einer Mediation gestaltet sich in erster Linie durch die Aufgabenstellung. Er ist abhängig von der Struktur des Konflikts. Im Rahmen eines Vorgesprächs kann eine grobe Einschätzung vorgenommen werden. Bei komplexer Situation mit mehreren Beteiligten sollte ein längerer Zeitraum zur Verfügung stehen. Bei zwei Konfliktpartnern ist in der Regel nach ein bis zwei Mediationssitzungen à zwei bis drei Stunden schon viel geklärt und der eventuelle weitere Bedarf gut abschätzbar.

Von Beginn der Mediation ist wichtig, dass eine gute Arbeitsatmosphäre geschaffen wird. Sind die Parteien vertrauensvoll und motiviert werden sie bereit sein sich kooperativ am Prozess zu beteiligen. Es soll ein geschützter Raum entstehen können, in dem dieser Prozess vertraulich und ohne Zeitdruck geführt werden kann.

Während dieser Phasen ist die Vertraulichkeit und die Neutralität der Mediation gesichert.

PHASE 1: EINFÜHRUNG

WAS SOLL JETZT PASSIEREN UND WELCHE REGELN SIND WICHTIG

Der Mediator bzw. Wirtschaftsmediator erläutert im Gespräch mit den beteiligten Konfliktparteien (Medianten) das Mediationsverfahren bspw. Rolle und Haltung des Mediators. Dabei klärt er mit ihnen die Rahmenbedingungen ab.

Zudem gehört in diese Phase auch eine Konfliktanalyse. So werden die Informationen aufbereitet und die Sachlage analysiert. Die Rolle der Beteiligten wird geklärt (ist diese Person in den Konflikt involviert?) Ferner werden die Erwartungen an die Mediation erfragt und die Konflikteskalation analysiert. Der Mediator prüft, ob sich der Konflikt überhaupt für eine Mediation eignet oder ob der Fall besser durch ein anderes Verfahren beigelegt wird.

PHASE 2: THEMENSAMMLUNG

WELCHE THEMEN SIND WICHTIG UND ALLES HAT PLATZ

In diesem Verfahrensabschnitt geht es vor allem darum, die Themen zusammen zu stellen die für die Beilegung ihres Konflikts geklärt werden sollen und Gegenstand des Mediationsverfahrens sein sollen.
Es wird geklärt, worüber zwischen den Parteien Uneinigkeit und worüber Einigkeit besteht. Auch unklar gebliebene Punkte werden nun angesprochen. Dadurch wird der Konflikt bereits an dieser Stelle entflechtet und klar und transparent gemacht.

PHASE 3: BEARBEITUNG DER KONFLIKTFELDER

ERZÄHLEN, WAS WICHTIG IST

Jede Partei erhält Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge und ihre Bedürfnisse frei zu schildern. Ziel dieser Phase ist es vor allem, dass sich jede Partei ihrer eigenen Interessen bewusst wird und gleichzeitig auch die Interessen der anderen Partei kennen lernt. Das Aufdecken dieser Interessen fördert das wechselseitige Verständnis und die Akzeptanz der unterschiedlichen Sichtweisen.

PHASE 4: SUCHE NACH LÖSUNGSOPTIONEN

SAMMELN, DARÜBER NACHDENKEN, WAS IST MACHBAR

Aus einer scheinbar schwierigen Situation ist jetzt die Situation entstanden, die gemeinsam gelöst werden kann. Es ist kein Gegeneinander. Das Ziel ist jetzt gemeinsam Seite an Seite kreative Ideen und mögliche Optionen zur möglichen Lösung zu entwickeln. Wichtig dabei ist, dass noch keine Bewertungen stattfinden. Alles ist wichtig was an Lösungsvorschlägen, Varianten da ist. Nach diesem Arbeiten werden die Lösungsmöglichkeiten gewichtet und bewertet.

PHASE 5: BEWERTUNG UND AUSWAHL

WAS KANN WIRKLICH DURCHGEFÜHRT WERDEN

Die verschiedenen Lösungsideen werden von den Parteien im Hinblick auf ihre Realisierbarkeit hin überprüft und die Vor- und Nachteile abgewogen. Die Lösungen und deren Auswirkungen werden auf Machbarkeit (wirtschaftlich, organisatorisch, sozial) und Nachhaltigkeit geprüft. Letztendlich soll das Ergebnis durchführbar sein und über den Konflikt hinaus anhalten.

Das Ergebnis ist dann eine konkrete Handlungsoption, wenn es für alle Beteiligten eine Win-Win-Lösung ist.

PHASE 6: ABSCHLUSSVEREINBARUNG UND UMSETZUNG

SO KANN ES JETZT EIN VERTRAG WERDEN

Nach einer nochmaligen Überprüfung der gefundenen Lösungen werden diese abschließend vereinbart und in einer schriftlichen Abschlussvereinbarung von allen beteiligten Parteien verbindlich unterschrieben. Anschließend wird dann diese Vereinbarung von den Parteien umgesetzt. In dieser Phase können auch Anwälte oder sonstige wichtige Entscheidungsträger mit eingebunden werden.

NACHPHASE:

Wird eine zukünftige Zusammenarbeit angestrebt, ist es sinnvoll, Nachfolgetreffen zu vereinbaren, um die Umsetzung des Übereinkommens zu begleiten. Dies dient dazu, die Vereinbarungen zu überprüfen oder wichtige Korrekturen vorzunehmen. Besonders bei innerbetrieblichen Mediationen bewährt es sich, mindestens ein Nachtreffen nach einer bestimmten Zeit mit den Teilnehmern zu vereinbaren. Der Grund liegt darin, dass in dem Tagesgeschäft im Unternehmen doch das eine oder andere an ausgemachten Vereinbarungen vergessen wird.



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es verändert sich nichts,
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Was ist in einem halben Jahr?"

Der Ablauf einer Mediation
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